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Männer - Frauen - Gender

Gendersensible Suchtarbeit - Wie geht das?

Gendergerechtigkeit und Geschlechterdifferenzierung sind fachlich als Querschnittsthemen in einer innovativen und zukunftsweisenden Suchthilfe nicht mehr wegzudenken und gehören zu deren Qualitätsmerkmalen.

 

Forschungen im Suchtbereich belegen zahlreiche Unterschiede zwischen Frauen und Männern, beispielsweise hinsichtlich physiologischer Aspekte, der Ursachen und Motive, der Konsummuster, dem Alltag während der Suchtphase sowie beim Ausstieg aus der Sucht. Die Suchthilfe sollte dieses Wissen bei der Ausgestaltung ihrer Angebote nutzen.

 

Dass die Wirksamkeit der Suchthilfe wesentlich von deren Qualität abhängt, ist längst nicht mehr umstritten. Dies belegt auch eine in 2010 von Gender Health (BAG, Schweiz) publizierte Studie, in der zusammengefasst wird: „Gendersensibles Arbeiten begünstigt das Erreichen der Zielgruppe, schafft bessere Bedingungen für Veränderungsprozesse, unterstützt dadurch Verhaltens- und Einstellungsveränderungen und fördert die Zufriedenheit der Klientinnen und Klienten.“

 

Gendergerechte Suchtarbeit zielt auf eine geschlechterangemessene Praxis, die die Bedürfnissen und Erfahrungen von Männern und Frauen, Mädchen und Jungen ernst nimmt und eine gleichberechtigte Behandlung gewährleistet, um jenseits stereotyper und krankmachender Wert- und Erwartungshaltungen deren Lebenschancen zu verbessern und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

 

Für die Gestaltung gendergerechter Strukturen und Maßnahmen bedarf es daher der Entwicklung und Stärkung von Genderkompetenz und -sensibilität der Fach- und Führungskräfte in den Institutionen der Suchthilfe.

 

Ziele:

Wesentliche Ziele dieser In-House-Schulung sind die Reflektion und Erweiterung der eigenen Gender- Kompetenz und die Erhöhung der Gender-Sensibilität. Damit verbunden ist die Weiterentwicklung der professionellen Haltung im Umgang mit der Klientel, um diese entsprechend differenziert betreuen und behandeln zu können. Darüber hinaus werden Impulse hinsichtlich der Gestaltung der Rahmenbedingungen gegeben und neue Überlegungen hierzu - jenseits von Routinen und im Sinne von Chancengleichheit - angeregt.

 

Inhalte:

  • Weibliche und männliche Lebenslagen und Sucht
  • Epidemiologische Betrachtungen von Suchtmittelkonsum und anderen Gesundheitsrisiken
  • Themen (für Frauen und Männer) im Rahmen gendersensibler Suchtarbeit
  • Bedingungen und Voraussetzungen für eine gendersensible Suchtarbeit
  • Handlungsschritte zur Umsetzung einer gendersensiblen Suchtarbeit

 

Methoden:

Theorie-Inputs, Diskussionen, Übungen, Kleingruppenarbeit 

 

Zielgruppen:

Einrichtungen/Abteilungen/multiprofessionelle Teams der ambulanten und stationären Suchthilfe

 

Referenten:

Doris Heinzen-Voß, Dipl.-Pädagogin, Systemische Coach (SG), Gendertrainerin, Moderatorin, Psychodrama-Leiterin, Sozialtherapeutin

Prof. Dr. Heino Stöver, Dipl-Sozialwissenschaftler, Professor an der Frankfurt University of Applied Science