Projektaktivitäten

Zwischenbericht
Stand 09.12.2011

 

1. Ziele, Schwerpunkte, Methoden

Im Prozess der Projektdurchführung wurde eine Modifizierung der Projektziele notwendig, um den realen Verhältnissen und Unterstützungsbedarfen der Suchthilfeeinrichtungen gerecht werden zu können.

 

1.1 Erfassung der Ist - Situation

  • Gesamterhebung zu Verbundsystemen der Suchthilfe mit diakonischer Beteiligung


1.2 Bereitstellung eines Informationssystems für Verbünde

  • Erstellung einer Adresssammlung aller Verbünde mit diakonischer Beteiligung
  • Einrichtung eines Austauschportals für Suchthilfeeinrichtungen

 

1.3 Entwicklung von Instrumenten zur Erleichterung der Arbeit im Netzwerk

  • Onlineportal mit verbundrelevanten Informationen, Dokumenten und Vertragsmustern für interessierte Fachkräfte
  • Erstellung eines Handbuchs mit Tools für die Netzwerkarbeit

 

1.4 Unterstützung durch Interessenvertretung von Verbundsystemen

  • Entwicklung einer Website mit integrierter Katamnesefunktion speziell für Verbundsysteme

 

1.5 Verhandlungsbegleitung bei Kooperationsgesprächen


1.6 Für Betroffene einen niedrigschwelligen Zugang zum Hilfesystem bereitstellen

  • Kontaktmöglichkeiten zur Selbsthilfe über die Website der Verbünde

2. Anpassung der Projektinhalte

Die Unterstützung bzw. Initiierung von regionalen Verbundsystemen in drei bis vier Modellregionen erwies sich als unrealistisches Ziel. Unter Berücksichtigung der auf 36 Monate befristeten Projektlaufzeit ist eine Entwicklung von Instrumenten, die allen interessierten Einrichtungen in Verbundstrukturen oder mit Verbundbestrebungen zur Verfügung gestellt wird, sinnvoller. Die Instrumente sollen die Arbeit der Netzwerke unterstützen und eine Nachhaltigkeit des Projektes über die Förderzeit hinaus gewährleisten.

Im Rahmen von Sitzungen und Arbeitskreisen konnten Defizite der Netzwerke identifiziert werden und Ideen zur Verbesserung und Erleichterung der Zusammenarbeit entwickelt werden. Am Ende der Projektlaufzeit soll ein Informationssystem bereitstehen, das allen Einrichtungen der Suchthilfe zur Verfügung steht.

 

3. Stand und Durchführung des Projektes

Die Projektaktivitäten befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung.

 

Erstellung einer Website für den Suchthilfeverbund Diakonisches Werk Württemberg mit integrierter Katamnesefunktion für Verbundklienten

In Zeiten leerer Kassen erscheint es im Suchthilfebereich gegenwärtig wichtiger denn je, die Effizienz und Effektivität von Vernetzung aufzuzeigen und Leistungsträger durch Zahlen zu überzeugen. Bei vielen Gesprächen mit Fachkräften wurde die Notwendigkeit einer Evaluation von Verbundqualität hervorgehoben. Diese Überlegungen mündeten in der Idee, eine Verbundwebsite zu entwickeln, die durch eine integrierte Katamnesefunktion die Leistungen des Verbundes transparent abbildet.

Die Website wurde in Abstimmung mit dem Qualitätszirkel des Suchthilfeverbundes Diakonisches Werk Württemberg entwickelt und steht unmittelbar vor der Fertigstellung.

Diese prototypische Website mit Evaluationsfunktion wird auf der Fachtagung Verbund- und Netzwerkarbeit - Lösungswege für eine Zukunft der Suchthilfe im März 2012 vorgestellt und das "know how" kann von interessierten Verbünden übernommen werden.

 

GVS - Gesamterhebung zu Verbundsystemen der Suchthilfe mit diakonischer Beteiligung

Erstmals wurde im Frühjahr 2011 der aktuelle Stand von Verbundzugehörigkeit diakonischer Einrichtungen strukturiert erfasst. Die Auswertung der Erhebung liegt inzwischen vor und wird im GVS - Verbandsheft Partnerschaftlich 01/12 vorgestellt. Die Verbünde erhalten die Möglichkeit, ihre Kontaktdaten auf der GVS-Website zu veröffentlichen.

 

4. Positive und negative Erfahrungen

Die Krise der sozialen Sicherungssysteme und öffentlichen Haushalte bedroht die Versorgung suchtkranker Menschen zunehmend und aller Voraussicht nach, wird sich diese Situation noch weiter zuspitzen. Personelle Unterbesetzung und Kürzungen von finanziellen Mitteln begrenzen die Möglichkeiten der Hilfeleistung. Wer soll die Online-Beratung durchführen, Chaträume oder Blogs kontrollieren, wenn die MitarbeiterInnen bereits mit den bestehenden Aufgaben voll ausgelastet sind? Zudem schaffen diese Bedingungen eine Atmosphäre, in der Konkurrenzdruck gedeiht und Kooperationsideen häufig vorerst auf Ablehnung stoßen.