Erhebung

Gesamterhebung zu Verbundsystemen der Suchthilfe mit diakonischer Beteiligung


In der Diskussion um die Weiterentwicklung der Suchthilfe erhalten Verbundsysteme zunehmend größere Bedeutung, um die Betreuung und Behandlung suchtkranker Menschen zu verbessern und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Angebotssegmenten sowie die Kooperation der Leistungserbringer zu optimieren.

 

Seit Mitte der siebziger Jahre wird in der Suchtkrankenhilfe über den Aufbau regionaler Verbundsysteme nachgedacht. Bereits in der 1975 verabschiedeten Psychiatrie-Enquete der damaligen Bundesregierung wurde die regionale Versorgung gefordert. Sie sollte alle Formen des ambulanten und stationären Settings auch für suchtkranke Menschen orts- und zeitnah bereithalten.
Die Aktivitäten des Gesetzgebers seit 1996, die mit Inkrafttreten des Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetzes (WfG) zu erheblichen Veränderungen der stationären und ambulanten Rehabilitation Suchtkranker geführt haben, z.B. durch Verkürzung der Therapiezeiten, veranlassten den GVS in 2001 zur Formulierung des Positionspapiers Regionale Verbundsysteme.

 

In einem fragmentierten Versorgungssystem besteht die Schwierigkeit, eine umfassende und kontinuierliche Hilfeleistung anzubieten.
Wenn Konkurrenzen in Versorgungssektoren, unterschiedliche Kostenträgerzuständigkeiten, fehlende Koordination der Hilfekonzepte und fehlender Anschluss an die Suchtselbsthilfe die bestmögliche Therapie erschweren, ist es notwendig, Abgrenzungen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzulösen, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Angebotssegmenten zu bearbeiten und die Kooperation zwischen den Leistungserbringern zu verbessern.

 

Als ein auf Bundesebene tätiger Fachverband in der DIAKONIE hat der GVS die Aufgabe, innerverbandlich für das Verbundkonzept zu werben und außerhalb des Verbandes Lobby-Arbeit dafür zu betreiben, um auch in Zukunft für suchtkranke Menschen die bestmögliche Hilfe zu gewährleisten und so die Perspektiven diakonischer Einrichtungen zu sichern.

 

Seit Veröffentlichung des Positionspapiers sind inzwischen 10 Jahre vergangen. Wir haben dies zum Anlass genommen, den aktuellen Stand der Verbundzugehörigkeit diakonischer Einrichtungen erstmals strukturiert zu erfassen. Darüber hinaus sollen die erhobenen Daten Aussagen über verbundperspektivische Tendenzen bestehender Kooperationen und Netzwerke ermöglichen. 
Auf dem Weg zu einer verbesserten Versorgung suchtgefährdeter und -kranker Menschen leisten die Ergebnisse der Erhebung einen Beitrag zur Diskussion über die Vernetzungsstrukturen diakonischer Einrichtungen der Suchthilfe.