Die „60“ steht.

Als am 18. September 1957 der „Evangelische Gesamtverband zur Abwehr der Suchtgefahren“ in Kassel ins Leben gerufen wurde, geschah das zu einer Zeit, in der man Sucht moralisch als Laster und Fehlverhalten bewertete, dass die Betroffenen mit einer Willensentscheidung ändern könnten.

 

Ging es dem Verband in den ersten Jahren inhaltlich darum, die vorhandenen Kräfte der evangelischen Suchthilfe für eine Akzeptanz von Menschen mit Abhängigkeitsproblemen zu bündeln und Mitarbeitende in den evangelischen Heilstätten therapeutisch zu befähigen, öffnete das Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts vom Juni 1968 dem Verband weite Räume. Vor dem Hintergrund, dass Sucht von nun an als eine Krankheit angesehen und ihre Behandlung finanziert wurde, initiierte der Verband in den folgenden Jahrzehnten einen strukturellen und inhaltlichen Entwicklungsprozess, der mit dem Entstehen eines Netzes aus professionellen ambulanten, ganztägig ambulanten und stationären Hilfsangeboten für suchtkranke Menschen einherging. Eng damit verbunden war in all den Jahren die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfeverbänden, die auch in der gemeinsamen Ausbildung zum freiwilligen Suchtkrankenhelfer mündete und die bis heute zahlreiche ehrenamtlich Engagierte qualifiziert.